Genesung und Meditation

Genesung und Meditation

25. April 2022 0 Von Eckhard Neuhoff

Frieden in mir. Stille in mir. Klarheit in mir.”

Eckhard Neuhoff

Als ehemals schwer depressivem Menschen, ist das Thema Genesung, oder auch Heilung, ständig in mir präsent. Ich widme diesem Thema nicht nur in meiner tagtäglichen inneren Arbeit sehr viel Aufmerksamkeit, sondern es ist auch im Alltäglichen immer gegenwärtig. Es bedarf stetiger Achtsamkeit darauf zu schauen, dass es mir seelisch gut geht, ich mich zwischendurch immer wieder bewusst zentriere und erde, und mich ganz bewusst in meine seelische Mitte begebe, wenn ich mich in meinem seelischen Gleichgewicht und in meinen Gedanken von starken Gefühlen, zu vielen inneren wie äußeren Eindrücken, oder von depressivem Empfinden beeinträchtigt fühle.

Regelmäßig zu meditieren, ist mir seit mittlerweile gut vier Jahren eine liebgewonnene, regelmäßig gepflegte Gewohnheit und festes Morgenritual geworden. Dabei war es anfangs überhaupt nicht meine Intention, das Thema Genesung damit zu verbinden. Es war vielmehr spirituelle Neugier, die mich mit dem Meditieren beginnen ließ. Erst als ich nach einer ganzen Weile bemerkte, wie unglaublich harmonisierend, das innere Chaos relativierend und beruhigend, regelmäßige Meditation sich auf meine gesamte innere Verfasstheit und mein Gefühlsleben auszuwirken begann, begriff, fühlte und verstand ich den tiefgreifend heilenden Aspekt von Meditation.

Zunehmend intensiv und mich nachhaltig in meiner Gesamtheit tief berührend, bemerkte ich nach und nach, dass ich meine Stimmungen mit Hilfe des Meditierens zu beeinflussen und zu regulieren imstande bin. Denn in der Meditation fühle und beobachte ich immer wieder, dass mit einem Mal sämtliche Empfindungen, Gefühle und Gedanken ihre vermeintliche Wichtigkeit und Bedeutsamkeit verlieren. An ihre Stelle tritt – wenn auch noch längst nicht dauerhaft – ein innerer Zustand von tiefem Frieden, von Geborgenheit und einer tiefgreifenden Gewissheit, dass alles, so wie es jetzt gerade ist, vollkommen richtig und in Ordnung ist. Ich bin, so wie ich bin, und mit wirklich allem was ich in mir trage, vollkommen richtig und in Ordnung!

Mit dieser so tiefen wie grundlegenden Einsicht gelingt es mir zunehmend leichter und besser, selbst depressive “Anflüge” zu beherrschen und sie mit erstaunlicher innerer Gelassenheit an- und hinzunehmen. Ich habe seitdem nicht länger mehr das Verlangen, kräftezehrend und vor allem immer wieder vergebens, gegen die Depression anzukämpfen und mich gegen sie als vermeintlichen unwillkommenen Feind und Gegner zu wehren. Umfassende Akzeptanz, lautet das Zauberwort.

Selbstverständlich ist Meditation viel mehr, als “nur” eine Art Heilmittel. Neben unzähligen anderen Aspekten, ist sie – zumindest für mich – auch ein Übungsweg, hin zu innerer Einsicht und zu einem immer tieferen und vollständigeren Verständnis und zu einer umfassenden Akzeptanz meiner ureigenen Individualität, als Teil eines Großen Ganzen.