Leseprobe “Der Stille lauschen”

Meditation: Alle Wege führen zum Ziel

“Ich meditiere,

damit mein Verstand

mein Leben

nicht kompliziert machen kann.”

Sri Chinmoy

Astrid, Rikke und ich sind sehr unterschiedliche Menschen und führen ebenso unterschiedliche Leben, mit jeweils ganz eigenen Interessen, Leidenschaften und Prioritäten. Wir spüren, nehmen das Leben und uns selbst auf einzigartige Weise wahr. Weil das so ist, sind auch unsere Meditationen und das, was wir dabei erleben und erfahren, grundverschieden.

Was uns jedoch eint, ist die gemeinsame Erkenntis: Meditation ist für die jeweilige Entwicklung der eigenen, „wahren Persönlichkeit“ unverzichtbar. Dies ist keinesfalls ein unumstößliches Dogma, das wir euch, den Leserinnen und Lesern, aufzwingen wollen. Doch als wache, bewusste und außergewöhnlich „gestrickte“ Menschen, deren Wahrnehmung und Gefühlsleben in die tiefsten Schichten der eigenen Persönlichkeit reicht, betrachten wir die Meditation als inzwischen unverzichtbares Mittel zur Stärkung und Festigung des eigenen Wesens. Sie erdet und verbindet uns immer mehr mit uns selbst und unseren Leben, unseren Intentionen.

Mit unseren gesammelten und tagtäglich erlebten und gefühlten Erfahrungen auf diesem Gebiet möchten wir euch dabei ermutigen und unterstützen, euch unvoreingenommen und neugierig auf den Weg zu machen.

Macht die Erfahrung, wie unglaublich schön, vielfältig und umfassend eure Existenz ist! Macht die Erfahrung, euch immer vollständiger und vollkommener zu fühlen! Macht die Erfahrung, wie es sich anfühlt, das Leben wirklich zu leben!

Die Quintessenz aus unseren so unterschiedlichen Schilderungen kann für euch diese sein: Es kommt nicht darauf an, mit welcher „Technik“ oder Übung ihr beginnt. Denn ausnahmslos jeder bewusst gewählte Weg der Konzentration und Kontemplation führt zum Ziel.

Selbst nach vielen Jahren der regelmäßigen Übung, stehen auch wir noch ganz am Anfang und sind weit davon entfernt, auf rosa Wölkchen zu wandeln oder täglich unseren Heiligenschein zu polieren. Nein! Wir stehen mitten im Leben mit all seinen Herausforderungen, tragen Ängste und Unsicherheiten in uns und verleugenen diese nicht. Wir stehen zu allem, was uns als fehlbare Menschen ausmacht. Dies anzuerkennen, zuzulassen und anzunehmen: Auch das ist Meditation!

Im Frühjahr 2020

Eckhard Neuhoff

Astrid Markgraf

Ich wuchs in einem für mich sehr negativen Umfeld auf, wo meine Gaben und Talente unter den Tisch gekehrt wurden. Ich sollte so werden, wie es meine Mutter wünschte. Man formte mich wie es gebraucht wurde.

Ich kämpfte mich tapfer durch mein Leben. Doch es war mühselig und sehr steinig. Überall musste ich funktionieren und wurde ich in ein Schubladensystem gesteckt.

Mit 40 Jahren konnte ich diese fremdbestimmte Richtung nicht mehr gehen. Ich wollte wissen, warum das alles in meinem Leben immer so schief ging. Ich wollte wissen, wer ich bin und wieso ich auf diesem verflixten Planeten war! Diese Fragen machten mich noch weniger gesellschaftstauglich, aber ich musste es herausfinden.

Da Tiere schon immer ein Anker für mich waren und die einzigen Lebewesen, von denen ich mich verstanden fühlte, war es nur natürlich, dass sie immer in meiner Nähe waren.

Nun, heute kann ich sagen: Alles war gut so! Denn die negativen Einflüsse, die emotionalen Achterbahnen haben mich stark gemacht.

Es hat mich so stark gemacht, dass ich nicht aufgegeben habe, mich selbst zu finden. Doch ohne Tiere und ohne Natur hätte ich das nicht geschafft.

Ich erforschte mein Unterbewusstsein und was für Auswirkungen es auf mein jetziges Leben hat. Aber noch viel wichtiger war herauszufinden, wie ich die dort gespeicherten Muster ändern und ein Leben leben führen kann, so wie ich es selbst leben möchte.

Mein Weg führte mich in verschiedene Richtungen und an verschiedene Techniken heran. Und ich pickte mir das heraus, was ich als wohltuend und gut empfand. Das half mir dabei, in meinem Inneren aufzuräumen und ich kann nun Schritt für Schritt alle meine Ziele erreichen.

Heute kann ich wirklich sagen: Ich bin glücklich!

Mein Weg aus der Dunkelheit ans Licht

Wie ich zur Meditation fand

Mein Name ist Astrid und ich möchte Euch an dieser Stelle über meine Erlebnisse und Erfahrungen zum Thema Meditation / Sein erzählen. Wohlgemerkt: Diese Erlebnisse waren und sind allein meine Wahrheit, die mit euren persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen nicht übereinstimmen muss. Doch vielleicht erkennt sich hier jemand von euch wieder und nimmt meine Erlebnisse als Hilfe, um aus seiner eigenen beengten Situation herauszufinden und sich auf seinen ureigenen Weg zu machen.

Wenn es eine Hölle gibt, dann ist sie hier auf der Erde!“ Das war mein Glaubenssatz für viele, viele Jahre. Ihr könnt sicherlich schon erkennen, dass dies nicht aus wunderschönen und positiven Erlebnissen herrührt.

Ich möchte hier mit einer Situation in meinem Leben einsteigen, die euch zeigen soll, wie es sein kann, wenn man seinen Weg und sich selbst wieder einmal verloren hat: Als ich meine Ehe beendete, stand ich mit einem 500-Euro-Job, vielen Tieren, einem gemieteten Haus, einer zerrütteten Familie und nur wenigen Freunden da. Wieder einmal war ich an einem Tiefpunkt in meinem Leben angelangt und konnte weder mich noch meinen Weg erkennen. Ich befand mich in einem Nebel, aus dem ich keinen Ausweg mehr sah. Auch mein angesammeltes Wissen über die geistige Welt, das Universum und all die anderen Dinge halfen mir in dieser Situation nicht weiter. Als ich dann meinen 500-Euro-Job verlor, waren am Ende nur noch destruktive Gedanken in meinem Kopf. Mein Körper und mein Geist waren müde und ich hatte keine Kraft mehr. Aus Kostengründen aß ich selbst nur selten und wenig. Ich war so weit, dass es mir egal war, was aus mir werden würde.

Das Einzige, was mich noch halbwegs am Leben teilhaben ließ, waren meine Tiere. Denn schließlich hatte ich die Verantwortung für sie übernommen. Sollte ich sie weggeben müssen, hätte ich mein Leben weggeschmissen. Nicht gerade eine ideale Situation, um an sein Inneres zu gelangen. Ganz zu schweigen davon, um in irgendeiner Form meditieren zu können. Ich war schlichtweg nicht in der Lage dazu.

Bestimmt kennen einige von euch so eine ähnliche Situation. Wie kommt man da nun wieder raus? Diese Frage stellte sich mir erst gar nicht, denn um mich herum sah alles nur noch schwarz aus. Und obwohl ich mich Jahre zuvor mit spirituellen Themen auseinander gesetzt hatte und so wie ich meinte auf meine Weg war, war das alles nicht mehr relevant.

Ich lief also wie jeden Tag freudlos und mechanisch mit meine Hunden spazieren. Plötzlich wurden Geräusche zu meinen Ohren getragen. Als sie bemerkten, dass ich zu ihnen hinüber blickte, formierten sie sich zu einem Kreis knapp über der Erde. Mir fiel dabei auf, dass nicht nur Rabenvögel dort versammelt waren, sondern auch Bussarde und Falken. Eine völlig ungewöhnliche Versammlung, was ich so niemals zuvor gesehen hatte. Meine Augen weiteten sich, als ich diesen außergewöhnlichen Vogelschwarm sah und drehte mich vollends zu ihnen um. Sie flogen einen Kreis in mehreren Reihen, um dann wie ein Wirbel hoch in den Himmel zu steigen. Wo auch immer sie dort oben angekommen waren, schossen sie erneut knapp auf den Boden, reihten sich wieder in die Schar ein und stiegen abermals empor.

Ich war so sehr damit beschäftigt, diese Vögel zu beobachten, dass ich gar nicht bemerkte, wie für einen kurzen Moment meine destruktiven Gedanken vollständig verschwanden. Stattdessen fragte ich mich, was mir die Tiere mitteilen wollten. Da ich aber nicht frei und offen war, konnte ich sie zu meinem tiefen Bedauern nicht verstehen.